German Movies

Notizen zum Deutschen Film.

Bastie Griese – Produzent von „Besser als Schule“

Mit der Teeniekomödie „Besser als Schule“ wagen gleich vier Jungstars mit Soap-Background den großen Schritt auf die Leinwand. Melanie Wichterich, Eric Benz und Thorsten Feller, die alle im Ensemble von „Unter uns“ zu sehen waren, sowie Gabriel Andrade aus „Marienhof“ spielen die Hauptrollen in der turbulenten Lovestory, die – etwas spät vielleicht – ganz im Fahrwasser von „DSDS“ und „Popstars“ schwimmt.

Wenn Marc (Thorsten Feller) seinen aktuellen Schmusehit „Du bist besser als Liebe“ ins Mikro schmachtet, sind alle Mädchen hin und weg. Marc ist ein Teeniestar aus dem Bilderbuch. Und er ist zum Greifen nah: Um sein Abi nachzuholen, schickt ihn sein windiger Manager für einen PR-Gag zurück auf die Schulbank. Selbst die sonst so toughe Dana (Melanie Wichterich) verfällt seinem Charme, sehr zum Missfallen des trottelig-sympathischen Steven (Eric Benz), der schon lange ein Auge auf sie geworfen hat, sich aber einfach nicht so richtig traut. Jetzt scheint der Zug abgefahren. Wie sollte der unscheinbare Steven auch gegen den hippen Marc anstinken? Da kann nur noch sein abgefahrener Freund Gonzo (Gabriel Andrade), der selbsternannte Frauenheld, helfen…

Dass Daily Soaps und große Kinofilme nicht allzu viel gemeinsam haben, wird einem regelmäßig dann bewusst, wenn etwa „GZSZ“-Darsteller wutentbrannt die Tür hinter sich zuschlagen und man Angst haben muss, dass sie von den Pappkulissen erschlagen werden. Keine Frage, der Aufwand und die finanziellen Mittel für Soaps sind viel geringer, auch für ausgedehnte Proben bleibt kaum Zeit. Dennoch schaffen nicht wenige Soapstars irgendwann auch den Sprung ins Kino oder ins Popbusiness, fungieren doch die extremen Drehbedingungen nicht selten als Durchlauferhitzer für den ambitionierten Nachwuchs. Produzent Bastie Griese gewährt einen Blick hinter die Kulissen.

Eure Hauptdarsteller haben bisher vor allem in Soaps gespielt, die ja eine ganz andere Arbeitsweise erfordern. Warst du skeptisch, ob sie es packen?

Griese: Kino erfordert schon ein ganz anderes Bild als Fernsehen. Die Schauspieler bewegen sich anders darin, sind anders präsent. Für Schauspieler, die nur Fernseherfahrung haben, eine große Umstellung.

Wie schwierig war dieser Umstellungsprozess?

Griese: Eric Benz hat sich bei der Erfolgsserie „Nikola“, die ja auch auf Film gedreht wird, bereits bewiesen. Auch Thorsten Feller kannte die Arbeit beim Film (z.B. „Mädchen Mädchen“). Für die anderen war es schon eine Umstellung, jedoch hat man sofort ihr Potential gesehen und wir alle waren überwältigt, wie schnell sich alle an die Arbeit beim Kinofilm gewöhnt haben. Unsere vier Hauptdarsteller besitzen großes Kinopotential.

Die Teeniekomödie hat ja in den letzten Jahren wieder einen enormen Aufschwung bekommen, etwa durch „American Pie“ oder „Eine wie keine“, in Deutschland durch „Mädchen Mädchen“ oder „Harte Jungs“. Habt ihr euch bei „Besser als Schule“ an irgendwelchen Vorbildern orientiert?

Griese: Es ist schon so, dass wir natürlich diese Teeniekomödien kennen und sie auch für gut halten. In „Besser als Schule“ haben wir jedoch unseren eigenen Stil eingesetzt und, gerade für deutsche Teeniefilme bisher untypisch, viel Wert auf Gefühl und Romantik gelegt. Der Humor kommt natürlich nicht zu kurz und ähnlich wie bei „La Boum“ gibt es zu Herzen gehende Gefühle.

„Besser als Schule“ sollte ja schon vor einigen Monaten anlaufen. Inzwischen ist der „Popstars“/“DSDS“-Boom etwas abgeebbt. Könnte das ein Problem für den Film darstellen oder ist der Abstand eher hilfreich?

Griese: Die Idee zu „Besser als Schule“ wurde weit vor dem Aufkommen dieser Castingshows entwickelt und sollte sich nicht an diese anlehnen. Der Erfolg dieser Sendungen hat dann allerdings gezeigt, dass wir den Zahn der Zeit getroffen haben. „Besser als Schule“ greift zwar die Thematik Starrummel auf, hebt sich aber inhaltlich schon von den Castingshows ab.

Ihr habt große Teile des Films in einem kleinen Städtchen namens Zeitz in Sachsen-Anhalt gedreht. Wie seid ihr in der „Dreh-Provinz“ aufgenommen worden?

Griese: Sehr gut. Wir sind der Stadt Zeitz und ihren Bewohnern für die tolle Unterstützung sehr dankbar. Wir haben dort tolle Drehorte gefunden, die sich im Film ja auch erkennen lassen. Dass wir an unserem Standort in Köln, nicht zuletzt durch die großartige Hilfe der Filmstiftung NRW, ausgezeichnet produzieren können, war uns ja bewusst, aber bei „Besser als Schule“ haben wir die Erfahrung gemacht, dass sich die verschiedenen Standorte in Deutschland gut verbinden lassen. Es war eine schöne und spannende Erfahrung.

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