German Movies

Notizen zum Deutschen Film.

Berlinale – Die Preisträger

Wieder einmal wurde ein Film mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet, den kaum jemand auf der Liste hatte: der brasilianische Beitrag TROPA DE ELITE von José Padilha. Hoffentlich ist ihm ein glücklicherer Kinoeinsatz beschert als dem letztjährigen Gewinner TUYAS HOCHZEIT. Der lange Zeit als Favorit gehandelte THERE WILL BE BLOOD kann zumindest zwei Silberne Bären mitnehmen – für Paul Thomas Andersons Regie und für die großartige Musik von Radioheads Jonny Greenwood. Die schönste Überraschung ist allerdings, dass Sally Hawkins für ihre ansteckend fröhliche Performance in HAPPY-GO-LUCKY tatsächlich den erhofften Silbernen Bären für die beste Darstellerin bekommen hat. Ein Triumph des Lächelns.

Deutsche Filme sind, bis auf abseitigste, unabhängig vergebene Preise, leer ausgegangen. Die komplette Liste der Preisträger gibt es natürlich unter:

www.berlinale.de

Berlinale – 8. Tag

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Nun ist auch der zweite deutsche Beitrag ins Rennen geschickt worden: Luigi Falornis (ganz links) Spielfilmdebüt FEUERHERZ (nach seiner Co-Regie bei DIE GESCHICHTE VOM WEINENDEN KAMEL, der es bis zu einer Oscar-Nominierung geschafft hatte). Ob die ganze Aufregung um das Buch “Feuerherz“ von Senait Mehari berechtigt ist, müssen Anwälte klären – der Film hingegen verdient sie nicht. Auch wenn alles akkurat inszeniert und leidenschaftlich gespielt wurde, so etwas wie Mitgefühl kommt zu keiner Zeit auf, das Schicksal der Kindersoldaten bleibt stets distanziert. Was zum Teil auch daran liegt, dass die Protagonistin simple Weltverbesserungssentenzen von sich geben muss (okay, sie ist ein Kind), aber darüber einfach zu einseitig zur Heldin einer Geschichte stilisiert wird, die auf einer abstrakten Ebene zwar aufwühlt, aber nie wirklich berührt. Der lautstarke Protest vereinzelter Demonstranten vor dem und im Berlinale-Palast war dann auch für die Fernsehkameras interessanter als das versammelte Filmteam auf der Bühne…

www.feuerherz.de

Berlinale – 7. Tag

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Madonna-Day in Berlin: Die Stadt steht Kopf, weil der Megastar sein Regiedebüt FILTH AND WISDOM im Zoo-Palast vorstellt. Sie hält eine kurze Ansprache voller Understatement, dann folgt eine 81-minütige Fingerübung mit charmanten Momenten, abstrusen Einfällen und der Musik ihrer momentanen Lieblingsband Gogol Bordello. Über ihren Film wird in ein paar Tagen niemand mehr sprechen; dass Madonna die Berlinale beehrt hat, fügt sich allerdings ins Gesamtbild des kleinen Rock/Pop-Schwerpunkts des diesjährigen Festivals (Rolling Stones, Patti Smith, Neil Young…) wunderbar ein.

Neben dem lange nachwirkenden GEGENSCHUSS tummelt sich noch eine weitere Retro-Doku im Programm, die alle Aufmerksamkeit verdient. Michael Althen und Hans-Helmut Prinzler glückt mit AUGE IN AUGE – EINE DEUTSCHE FILMGESCHICHTE der Spagat, subjektive Filmerinnerungen mit dem wechselvollen Verlauf der deutschen Filmhistorie zu verknüpfen, ohne in die Kanonfalle zu tappen oder allzu abseitig zu wirken. Es sind hier allerdings schon die üblichen Verdächtigen, die ihre Kommentare abgeben dürfen, was das Ganze etwas Filmakademie-offiziell daherkommen lässt. Aber die klug gewählten Ausschnitte machen jeden Eichinger-Beitrag wett.

www.augeinauge.de

Berlinale – 6. Tag

Kaum zu glauben und welch eine Erleichterung: Im Wettbewerb darf gelacht werden. Schuld daran ist Sally Hawkins in Mike Leighs leichtfüßiger Komödie HAPPY-GO-LUCKY, die den Berlinale-Palast zumindest für zwei Stunden von der Winterdepression der restlichen Wettbewerbsbeiträge befreite. Die Dankbarkeit des Publikums war fast greifbar und es empfing Mike Leigh, Sally Hawkins und Darstellerkollege Eddie Marsan mit den bisher größten Ovationen – was natürlich keine Rückschlüsse auf die Preisvergabe zulässt, aber bei den Darsteller-Bären sollte man HAPPY-GO-LUCKY durchaus im Hinterkopf behalten.

Um den ersten deutschen Wettbewerbsbeitrag kam man dann doch nicht herum, wenn auch nur in der Wiederholung. KIRSCHBLÜTEN – HANAMI zieht sich zäh wie so viele Doris Dörrie-Filme über seine 122 Minuten, die Japan-Fixierung der Regisseurin wird den Darstellern ungelenk aufgezwungen, und Hannelore Elsner als bayerische Hausmutti kommt einfach komisch. Zumindest ist es kein Desaster wie BIN ICH SCHÖN? geworden, aber direkt der Bayerische Filmpreis? – Wollte man Marcus H. Rosenmüller nicht schon wieder auszeichnen? Hoffen wir jetzt einfach auf FEUERHERZ.

www.kirschblueten-film.de

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